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Kilometerpauschale für E-Autos 2026: 0,38 €/km und alle Extras

Elektroauto-Steuervorteile 2026 im Überblick: von der neuen Entfernungspauschale (0,38 €/km ab km 1) über die 0,25%-Regel bis zur THG-Quote — mit durchgerechnetem Kostenvergleich.

E-Auto Kilometerpauschale Visual für Deutschland

Eigene Pauschale berechnen

Der Arbeitsweg zählt die einfache Entfernung pro Arbeitstag, die Dienstfahrt die tatsächlich gefahrenen Kilometer. Seit 2026 sind das zwei verschiedene Sätze.

Art der Fahrt
Abzugsfähig—

Homeoffice-Tage zählen nicht als Arbeitstage — für sie gilt die Homeoffice-Pauschale von 6 € pro Tag.

Die Rechnung steht, der Nachweis fehlt noch. MileTrack erfasst jede Fahrt automatisch und trennt Arbeitsweg, Dienstfahrt und privat.

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Die Kilometerpauschale — offiziell Entfernungspauschale — gilt für Elektroautos in identischer Höhe wie für Verbrenner: 0,38 € pro Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer. Sie ist verkehrsmittelunabhängig; der Gesetzgeber unterscheidet beim Arbeitsweg nicht nach Antriebsart. Für Dienstreisen im eigenen E-Auto gilt weiterhin die davon getrennte Reisekostenpauschale von 0,30 € je gefahrenem Kilometer — oder alternativ die tatsächlichen Kosten.

Der Unterschied zum Verbrenner liegt also nicht in der Entfernungspauschale, sondern in allem, was daneben steht: die Dienstwagenbesteuerung mit 0,25 % des Bruttolistenpreises statt 1 % (bis 100.000 € BLP), der daran gekoppelt vierfach niedrigere Zuschlag für den Arbeitsweg, steuerfreies Laden beim Arbeitgeber, die THG-Quote und die Kfz-Steuerbefreiung. In der Summe können das mehrere Tausend Euro pro Jahr sein.

Dieser Artikel erklärt alle relevanten Steuerregeln für E-Auto-Fahrer, rechnet einen vollständigen Kostenvergleich durch und zeigt, worauf bei der Fahrtenbuch-Dokumentation besonders zu achten ist.

Alle Pauschalen und Vorteile auf einen Blick

Es gibt nicht die Kilometerpauschale für E-Autos, sondern mehrere Beträge, die je nach Fahrtart und Fahrzeughalter greifen. Diese Übersicht ordnet sie, die Abschnitte danach rechnen jeden einzeln durch:

Regelung Höhe 2026 Gilt für
Entfernungspauschale 0,38 €/km ab dem ersten Entfernungskilometer; Höchstbetrag 4.500 €, außer bei Nutzung eines eigenen oder überlassenen Kraftwagens Weg Wohnung–erste Tätigkeitsstätte, jedes Verkehrsmittel
Reisekostenpauschale (pauschaler Kilometersatz) 0,30 €/km gefahrene Strecke Dienstfahrten mit dem privaten Pkw
Dienstwagen, reines E-Auto 0,25 % des Bruttolistenpreises je Monat, BLP-Grenze 100.000 € bei Anschaffung nach dem 30.06.2025 (davor 70.000 € bzw. 60.000 €) Private Nutzung eines E-Dienstwagens
Dienstwagen, Plug-in-Hybrid 0,5 % des Bruttolistenpreises PHEV mit höchstens 50 g CO₂/km oder — bei Anschaffung ab 2025 — mindestens 80 km elektrischer Reichweite (60 km bei Anschaffung 2022–2024)
Steuerfreies Laden beim Arbeitgeber steuerfrei, wenn zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt; befristet bis 31.12.2030 Laden am Arbeitsplatz, auch für Plug-in-Hybride (§3 Nr. 46 EStG)
THG-Quote marktabhängig, je Fahrzeug und Jahr Halter eines reinen E-Autos
Kfz-Steuer 0 € Erstzulassung bis 31.12.2030, längstens bis Ende 2035

Die ersten beiden Zeilen sind antriebsunabhängig — dort ist das E-Auto dem Verbrenner gleichgestellt. Die übrigen greifen nur für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Nicht gemeint ist damit die diskutierte Kilometersteuer: Das ist eine Abgabe pro gefahrenem Kilometer, in Deutschland nicht beschlossen, und das Gegenteil einer Pauschale.

Entfernungspauschale für E-Auto-Pendler

Die Entfernungspauschale nach §9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG ist verkehrsmittelunabhängig. Ob Verbrenner, Elektroauto, Fahrrad oder Bus — der Satz ist identisch, und seit dem 1. Januar 2026 auch einfacher:

  • Einheitlich 0,38 € pro Entfernungskilometer — ab dem ersten Kilometer (Steueränderungsgesetz 2025; die alte Staffelung mit 0,30 € für die ersten 20 km galt letztmals 2025)

Ein E-Auto-Pendler mit 30 km einfacher Entfernung und 230 Arbeitstagen rechnet:

  • 30 × 230 × 0,38 € = 2.622 €
  • Zum Vergleich nach alter Staffelung (2025): 2.254 € — die Reform bringt 368 € mehr pro Jahr

Der Höchstbetrag von 4.500 € greift nicht, wenn ein eigener oder ein zur Nutzung überlassener Kraftwagen genutzt wird — das gilt unabhängig vom Antrieb. Wer mit dem E-Auto zur Arbeit fährt, setzt die volle Pauschale an, genauso wie ein Verbrenner-Fahrer.

Ein häufiger Irrtum: Die niedrigeren Energiekosten des E-Autos reduzieren die Pauschale nicht. Die Entfernungspauschale ist ein fester Betrag pro Kilometer — unabhängig von den tatsächlichen Fahrtkosten. Gerade bei E-Autos mit Stromkosten von 4–5 Cent pro km übersteigt die Pauschale die realen Kosten deutlich. Das ist ein steuerlicher Vorteil, kein Fehler.

Was die Pauschale je nach Pendelstrecke bringt

Die Formel ist immer dieselbe — einfache Entfernung × Arbeitstage × 0,38 € — und es lohnt sich, die Größenordnung einmal zu sehen. Gerechnet mit 220 Arbeitstagen, dem konservativen Ende der üblichen Spanne von 220 bis 230 Tagen bei einer Fünf-Tage-Woche:

Einfache Entfernung Entfernungspauschale pro Jahr
10 km 836 €
20 km 1.672 €
30 km 2.508 €
50 km 4.180 €
80 km 6.688 €

Das ist der Werbungskostenabzug, nicht die Erstattung: vom angesetzten Betrag kommt der persönliche Grenzsteuersatz zurück. Bei 30 % Grenzsteuersatz und 50 km Pendelstrecke sind das rund 1.254 € weniger Steuer im Jahr — und nur, soweit die Summe aller Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegt. Der Kilometerpauschale-Rechner 2026 rechnet die Zwischenschritte durch.

Homeoffice: was an Bürotagen übrig bleibt

Die Entfernungspauschale setzt eine Fahrt voraus. An einem Homeoffice-Tag gibt es sie nicht, dafür greift die Homeoffice-Pauschale nach §4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG: 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr — das entspricht 210 Tagen. Beides am selben Tag geht nicht.

Für einen E-Auto-Pendler mit 25 km einfacher Entfernung und zwei Homeoffice-Tagen pro Woche sieht die Rechnung so aus:

Tage Ansatz Summe
Fahrten ins Büro 132 25 km × 0,38 € 1.254 €
Homeoffice 88 6 € pro Tag 528 €
Gesamt 220 1.782 €

Ohne Homeoffice wären es 2.090 € gewesen. Der Unterschied ist mit rund 300 € kleiner, als die meisten erwarten, weil die Homeoffice-Pauschale einen Teil auffängt — bei kurzen Pendelstrecken kann sie den Ausfall sogar überkompensieren. Ab etwa 16 km einfacher Entfernung bringt ein Pendeltag mehr als die 6 € Homeoffice-Pauschale, darunter weniger.

Praktisch heißt das: Homeoffice-Tage gehören mitgezählt, nicht überschlagen. Wer die Pendeltage aus dem Fahrtenbuch nimmt und die Homeoffice-Tage separat führt, hat beide Zahlen belegt — und genau diese Trennung ist es, die das Finanzamt bei einer Rückfrage sehen will.

Dienstwagenbesteuerung für Elektroautos

Die Dienstwagenbesteuerung ist der größte steuerliche Hebel bei E-Autos. Wer einen Dienstwagen auch privat nutzt, muss den geldwerten Vorteil versteuern. Bei der weitverbreiteten 1%-Methode gelten je nach Antriebsart unterschiedliche Sätze — die vollständige Rechnung samt Fahrtenbuch-Vergleich steht im Deep-Dive zur 0,25 %-Regelung für E-Dienstwagen.

Reine Elektroautos (BEV)

Für reine Elektroautos gilt: 0,25 % des Bruttolistenpreises (BLP) pro Monat als geldwerter Vorteil — ein Viertel des Satzes für Verbrenner (1 %). Die Regelung basiert auf §6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 3 EStG.

Die BLP-Obergrenze wurde mit dem Investitionsbooster-Gesetz 2025 deutlich angehoben: Für E-Autos, die nach dem 30.06.2025 angeschafft wurden, liegt sie bei 100.000 €. Bei früherer Anschaffung gilt die damalige Grenze weiter — 70.000 € für Anschaffungen ab Januar 2024, 60.000 € davor.

Rechenbeispiel mit Tesla Model 3 (BLP 44.990 €):

  • Monatlicher geldwerter Vorteil: 44.990 × 0,0025 = 112,48 €
  • Jahreswert: 112,48 × 12 = 1.349,70 €
  • Bei Grenzsteuersatz 42 %: ca. 567 € Einkommensteuer pro Jahr auf den geldwerten Vorteil

Zum Vergleich dasselbe Fahrzeug als Verbrenner (hypothetisch, gleicher BLP):

  • 1 % von 44.990 = 449,90 € pro Monat
  • Jahreswert: 449,90 × 12 = 5.398,80 €
  • Bei 42 %: ca. 2.268 € Steuer pro Jahr

Die Ersparnis durch das E-Auto: rund 1.700 € pro Jahr — allein bei der Dienstwagenbesteuerung.

Wichtig: Liegt der Bruttolistenpreis über der Grenze (bei Neuanschaffungen seit Juli 2025: 100.000 €, z.B. ein Mercedes EQS mit BLP 112.000 €), gilt der 0,5%-Satz statt 0,25 %. Das ist immer noch die Hälfte des Verbrenner-Satzes, aber der Vorteil schmilzt bei hochpreisigen Fahrzeugen. Durch die Anhebung von 70.000 € auf 100.000 € rutscht seit Mitte 2025 ein großer Teil des Premium-Segments (BMW iX, Audi Q6 e-tron, gut ausgestattete Model-S-Klasse-Konkurrenten) in die 0,25%-Kategorie — vorausgesetzt, das Fahrzeug wurde nach dem Stichtag angeschafft.

Plug-in-Hybride (PHEV)

Für Plug-in-Hybride gilt der 0,5%-Satz, sofern das Fahrzeug mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt:

  • Eine elektrische Mindestreichweite von 80 km (seit 2025, vorher 60 km), oder
  • Maximaler CO₂-Ausstoß von 50 g/km im WLTP-Zyklus

Rechenbeispiel mit BMW 330e (BLP 57.000 €, 85 km elektrische Reichweite):

  • 0,5 % von 57.000 = 285 € pro Monat
  • Jahreswert: 285 × 12 = 3.420 €
  • Statt 1 % (570 €/Monat, 6.840 €/Jahr): Ersparnis von 3.420 € pro Jahr beim geldwerten Vorteil

Plug-in-Hybride, die die Mindestreichweite von 80 km nicht erreichen und über 50 g CO₂/km ausstoßen, werden steuerlich wie Verbrenner mit dem vollen 1%-Satz behandelt. Beim Kauf eines PHEV-Dienstwagens lohnt sich deshalb der genaue Blick in die Fahrzeugdaten.

Fahrten Wohnung–Arbeit mit Dienstwagen

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte werden zusätzlich zum Grundwert 0,03 % des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer und Monat angesetzt. Der E-Auto-Vorteil wirkt auch hier, denn die Bemessungsgrundlage ist dieselbe geviertelte (bzw. halbierte) Größe wie beim Grundwert:

Fahrzeugtyp Effektiver Satz pro Entfernungs-km/Monat
E-Auto (0,25%-berechtigt) 0,03 % vom geviertelten BLP = 0,0075 % des vollen BLP
E-Auto über der BLP-Grenze / Plug-in-Hybrid 0,03 % vom halbierten BLP = 0,015 % des vollen BLP
Verbrenner 0,03 % des vollen BLP

Beispiel: Tesla Model 3 (BLP 44.990 €), 25 km einfache Entfernung:

  • E-Auto: 44.990 × 0,000075 × 25 × 12 = 1.012 € pro Jahr zusätzlicher geldwerter Vorteil
  • Verbrenner: 44.990 × 0,0003 × 25 × 12 = 4.049 € pro Jahr

Die Differenz zugunsten des E-Autos: rund 3.037 € weniger geldwerter Vorteil pro Jahr — zusätzlich zur Ersparnis bei der Grundversteuerung.

THG-Quote: CO₂-Einsparungen verkaufen

Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) erlaubt es Haltern reiner Elektroautos, ihre CO₂-Einsparungen an quotenpflichtige Mineralölunternehmen zu verkaufen. Rechtsgrundlage ist §37a BImSchG. Seit 2022 können auch Privatpersonen diesen Handel über spezialisierte Plattformen abwickeln.

Aktuelle Konditionen 2026

Die THG-Prämie schwankt je nach Marktlage und Quotenpreis. Realistische Werte für 2026:

  • 50–100 € pro Fahrzeug und Jahr (2022/2023 waren es noch 250–400 €; der Preisverfall resultiert aus dem wachsenden Angebot an E-Autos und sinkender Quotennachfrage)
  • Die Auszahlung ist für Privatpersonen steuerfrei (BMF-Schreiben vom 29.09.2022, wenn das Fahrzeug dem Privatvermögen zugeordnet ist)
  • Anbieter wie Geld-für-eAuto, Smartificate, Emobia oder wirkaufendeinethg.de wickeln den Prozess ab
  • Die Beantragung dauert ca. 5 Minuten, die Auszahlung erfolgt innerhalb von 4–12 Wochen

So funktioniert der Prozess

  1. Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) bei einem THG-Anbieter hochladen
  2. Der Anbieter beantragt die Zertifizierung beim Umweltbundesamt
  3. Nach Genehmigung (in der Regel 6–12 Wochen) wird die Quote gebündelt und an Mineralölkonzerne verkauft
  4. Die Auszahlung erfolgt als Fixprämie oder als variable Beteiligung am Erlös

Die THG-Prämie kann jedes Jahr erneut beantragt werden, solange das Fahrzeug als reines E-Auto zugelassen ist. Plug-in-Hybride sind nicht berechtigt. Bei Leasingfahrzeugen ist der Halter laut Fahrzeugschein antragsberechtigt — also in der Regel der Leasingnehmer.

Steuerfreies Laden beim Arbeitgeber

Nach §3 Nr. 46 EStG ist das Laden eines Elektroautos oder Plug-in-Hybrids beim Arbeitgeber steuerfrei — der Arbeitnehmer muss keinen geldwerten Vorteil versteuern. Diese Regelung gilt, wenn der Arbeitgeber Ladestationen im Betrieb, auf dem Firmenparkplatz oder an einem anderen betrieblichen Standort bereitstellt.

Die Steuerbefreiung gilt unabhängig davon, ob das Fahrzeug ein Dienstwagen oder der Privatwagen des Arbeitnehmers ist. Voraussetzung: Das Aufladen muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Eine Gehaltsumwandlung (weniger Brutto gegen kostenloses Laden) ist nicht begünstigt.

In der Praxis bedeutet das: Wer sein E-Auto täglich am Arbeitsplatz lädt und dabei durchschnittlich 10 kWh verbraucht, spart bei einem Strompreis von 25 Cent/kWh rund 2,50 € pro Tag — aufs Jahr gerechnet etwa 575 € steuerfrei.

Pauschalbesteuerung bei privater Ladestation

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Ladestation zur privaten Nutzung (z.B. eine Wallbox für die heimische Garage), kann der Arbeitgeber die Steuer pauschal mit 25 % übernehmen (§40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 EStG). Der Arbeitnehmer zahlt dann nichts.

Dasselbe gilt für Zuschüsse des Arbeitgebers zu den Stromkosten für das Laden des Dienstwagens zu Hause. Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer pauschal mit 25 % übernehmen — Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an.

Wallbox-Förderung und Abrechnung des Heimladens

Fördersituation 2026

Die bundesweite KfW-Förderung 442 für Wallboxen in Kombination mit Photovoltaikanlage und Speicher ist ausgelaufen. Regionale Förderprogramme existieren weiterhin, unterscheiden sich aber stark nach Bundesland und Kommune. Einige Beispiele:

  • Bayern: 10.000 Ladepunkte-Programm mit bis zu 1.500 € pro Wallbox (abhängig von Verfügbarkeit)
  • Nordrhein-Westfalen: Progres.NRW fördert Ladestationen im gewerblichen Bereich
  • Hamburg: Förderprogramm für private Ladeinfrastruktur

Die Prüfung lohnt sich über die Förderdatenbank des BMWK (foerderdatenbank.de). Auch einige Energieversorger bieten eigene Zuschüsse beim Kauf einer Wallbox.

Stromkosten korrekt abrechnen

Wer den Dienstwagen zu Hause lädt, kann die Stromkosten auf zwei Wegen erstatten lassen:

Variante 1 — Pauschale des Arbeitgebers (BMF-Schreiben vom 29.09.2020):

Der Arbeitgeber kann monatliche Pauschalen steuerfrei erstatten:

Situation E-Auto Plug-in-Hybrid
Mit Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 30 €/Monat 15 €/Monat
Ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber 70 €/Monat 35 €/Monat

Diese Pauschalen mindern den geldwerten Vorteil des Dienstwagens. Bei einem E-Auto ohne Lademöglichkeit am Arbeitsplatz: 70 € × 12 = 840 € pro Jahr steuerfreie Erstattung.

Variante 2 — Einzelnachweis:

Ein separater Stromzähler an der Wallbox, monatliche Ablesung und Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch. Aufwendiger in der Dokumentation, aber bei hohem Ladevolumen lohnender. Wer täglich 30 kWh zu Hause lädt (z.B. bei langer Pendelstrecke), kommt bei 30 Cent/kWh auf ca. 200 € monatliche Stromkosten — deutlich mehr als die 70-€-Pauschale.

Der Einzelnachweis erfordert einen geeichten Zwischenzähler (Kosten: ca. 50–150 €) und eine monatliche Dokumentation der Lademengen und Stromkosten. Der Arbeitgeber erstattet dann die tatsächlichen Kosten steuerfrei.

Kfz-Steuer-Befreiung

Reine Elektroautos mit Erstzulassung bis zum 31.12.2030 sind nach §3d KraftStG von der Kfz-Steuer befreit — längstens bis zum 31.12.2035. Bei einem durchschnittlichen Pkw spart das 80–200 € pro Jahr. Die Details zur Befreiung und zur Debatte um eine künftige fahrleistungsabhängige Abgabe stehen im Artikel Kilometersteuer für E-Autos: Was angekündigt ist, was Deutschland plant.

Nach Ablauf der Befreiung wird die Kfz-Steuer ausschließlich nach dem zulässigen Gesamtgewicht berechnet (nicht nach CO₂-Ausstoß wie bei Verbrennern). Das ergibt typischerweise 20–40 € pro Jahr — ein Bruchteil der Steuer für vergleichbare Verbrenner.

Plug-in-Hybride erhalten keine Kfz-Steuer-Befreiung. Sie werden wie konventionelle Fahrzeuge nach Hubraum und CO₂-Ausstoß besteuert, wobei der niedrigere CO₂-Wert des PHEV den Steuerbetrag reduziert.

Kostenvergleich: E-Auto vs. Verbrenner (inkl. Steuervorteile)

Ein vollständiger Kostenvergleich über ein Steuerjahr zeigt, wie sich die einzelnen Vorteile summieren. Annahmen: 30 km einfache Entfernung, 230 Arbeitstage, 15.000 km Gesamtlaufleistung/Jahr, Grenzsteuersatz 42 %, Dienstwagen mit Privatnutzung.

Position E-Auto (BLP 45.000 €) Verbrenner (BLP 45.000 €)
Entfernungspauschale (Werbungskosten) 2.622 € 2.622 €
Dienstwagen geldwerter Vorteil/Jahr 1.350 € (0,25 %) 5.400 € (1 %)
Steuer auf geldwerten Vorteil (42 %) 567 € 2.268 €
Kfz-Steuer 0 € (befreit bis max. 2035) ca. 200 €
Energiekosten (15.000 km) ca. 750 € (20 kWh/100km × 0,25 €/kWh) ca. 1.800 € (7l/100km × 1,72 €/l)
THG-Quote (Einnahme) +75 € 0 €
Steuerfreies Laden beim AG (Ersparnis) ca. 575 € —
Stromkosten-Pauschale AG (70 €/Monat) +840 € —
Jährliche Nettobelastung (Kosten − Erstattungen) ca. −1.195 € (netto Vorteil) ca. 1.446 €

Die Differenz von rund 2.600 € pro Jahr zugunsten des E-Autos resultiert hauptsächlich aus der reduzierten Dienstwagenbesteuerung und den niedrigeren Energiekosten. Bei höherem Bruttolistenpreis (bis 100.000 € bei Anschaffung seit Juli 2025) bleibt der 0,25%-Vorteil bestehen, bei teureren Fahrzeugen sinkt er auf 0,5 %.

Fahrtenbuch-Dokumentation für E-Autos

Die Dokumentationspflichten im Fahrtenbuch sind bei E-Autos identisch zu Verbrennern. Datum, Abfahrt, Ziel, Anlass, Kilometer und Kilometerstand — alles wie gehabt. Allerdings gibt es typische Fehlerquellen, die bei E-Autos häufiger auftreten:

Ladebedingte Umwege

Wer auf dem Weg zum Kunden einen Ladestopp einlegt, sollte diesen als separates Segment erfassen. Der Umweg zum Schnelllader (z.B. 5 km ab Route) verändert die beruflichen Kilometer. In der Praxis wird empfohlen, den Ladestopp als Zwischenhalt im Fahrtenbuch zu notieren, um die tatsächliche Strecke transparent zu machen.

Viele Kurzfahrten

E-Autos werden häufig für kurze Strecken unter 5 km genutzt — zum Postamt, zur Bank, zum nahegelegenen Kunden. Bei hoher Fahrtenfrequenz ist eine wöchentliche Kategorisierung besonders wichtig, weil sich sonst schnell 20–30 unklassifizierte Fahrten ansammeln.

Mischfahrten ohne Aufteilung

Private und berufliche Etappen in einer Sammelfahrt erschweren spätere Prüfungen. Ein typisches Beispiel: Fahrt vom Büro zum Kunden (dienstlich), dann zum Supermarkt (privat), dann nach Hause (privat). Drei separate Einträge mit durchlaufendem Kilometerstand.

Empfohlener Ablauf für E-Auto-Fahrer

  1. Automatische Erfassung per Fahrtenbuch App nutzen
  2. Wöchentlich alle Fahrten klassifizieren — dienstlich, Pendeln, privat
  3. Ladebedingte Umwege und Zwischenstopps als separate Segmente prüfen
  4. Monatsabschluss mit Plausibilitätscheck (Kilometerstand stimmt? Lücken vorhanden?)
  5. Export erstellen und archivieren

Weiterführende Guides

MileTrack erfasst Fahrten automatisch, klassifiziert sie als dienstlich, Pendeln oder privat und exportiert steuerfertige Berichte mit allen Pflichtfeldern. Zur passenden deutschen Produktseite und zum aktuellen Zugangspfad geht es hier: miletrack.app/de-de.

Steuerhinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung.

Fahrtenbuch nicht mehr von Hand nachbauen

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FAQ

Müssen E-Auto-Fahrer ein Fahrtenbuch führen wie Verbrenner-Fahrer?

Ja. Der Fahrzeugtyp ändert nichts an den Dokumentationspflichten. Datum, Abfahrt, Ziel, Anlass, Kilometer und Kilometerstand sind identisch gefordert.

Welche E-Auto-Besonderheit führt oft zu Fehlern im Fahrtenbuch?

Lade- und Kurzstreckenketten werden häufig unklar zusammengefasst. Jede Teilstrecke sollte separat dokumentiert werden, insbesondere bei ladebedingten Umwegen.

Gilt die Entfernungspauschale auch für E-Autos?

Ja, exakt wie für Verbrenner — seit dem 1. Januar 2026 einheitlich 38 Cent pro Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer. Die Pauschale ist verkehrsmittelunabhängig.

Wie berechne ich die Kilometerpauschale für mein E-Auto?

Einfache Entfernung × Arbeitstage × 0,38 €. Die einfache Entfernung zählt, nicht die gefahrene Strecke — Hin- und Rückweg sind mit dem einen Betrag abgegolten. Bei 25 km und 220 Arbeitstagen sind das 2.090 € im Jahr. Die Staffelung der ersten 20 Kilometer ist zum 1. Januar 2026 entfallen, wer noch mit ihr rechnet, setzt zu wenig an.

Wie viele Arbeitstage darf ich ansetzen?

Als Richtwert 220 bis 230 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche, nach Abzug von Urlaub und Feiertagen. Das Finanzamt akzeptiert diese Spanne in der Regel ohne Nachweis; wer deutlich darüber liegt, sollte die Tage belegen können. Homeoffice-Tage zählen nicht als Pendeltage.

Was passiert mit der Pauschale an Homeoffice-Tagen?

An einem Homeoffice-Tag entfällt die Entfernungspauschale, dafür greift die Homeoffice-Pauschale von 6 € pro Tag, maximal 1.260 € im Jahr (§4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG). Beides am selben Tag geht nicht. Bei 25 km Pendelstrecke und zwei Homeoffice-Tagen pro Woche bleiben rund 1.782 € statt 2.090 € — die Differenz ist kleiner, als viele erwarten.

Kann ich neben der Entfernungspauschale auch Dienstreisen abrechnen?

Ja, das sind zwei getrennte Töpfe. Der Arbeitsweg läuft über die Entfernungspauschale mit 0,38 € je Entfernungskilometer. Eine Dienstreise im eigenen E-Auto wird mit 0,30 € je tatsächlich gefahrenem Kilometer angesetzt — also Hin- und Rückweg — oder wahlweise mit den tatsächlichen Kosten. Entscheidend ist, dass beide Fahrtarten im Fahrtenbuch sauber getrennt sind.

Ist die THG-Quote steuerpflichtig?

Für Privatpersonen nicht — der Erlös aus der THG-Quote für ein privat gehaltenes E-Auto bleibt steuerfrei. Anders sieht es aus, wenn das Fahrzeug zum Betriebsvermögen gehört — dann ist die Prämie Betriebseinnahme. Realistisch sind 2026 rund 50 bis 100 € pro Jahr und Fahrzeug.