MileTrack Blog
Fahrtenbuch App Vergleich 2026: Preise und GoBD geprüft
Fünf Fahrtenbuch Apps mit den Listenpreisen vom 09.09.2026, netto und brutto gerechnet, an den GoBD-Kriterien geprüft — samt der Frage, welche zwei davon dieselbe Technik verkaufen.
Wer 2026 eine Fahrtenbuch App sucht, steht vor einer unübersichtlichen Auswahl. Zwischen OBD-Steckern, fest verbauter Fahrzeugelektronik und reinen Smartphone-Lösungen unterscheiden sich die Ansätze grundlegend — und nicht jede App erfüllt die Anforderungen des Finanzamts.
Dieser Vergleich stellt fünf Angebote gegenüber — hinter denen, so viel vorweg, nur vier Erfassungssysteme stecken — mit den Listenpreisen, wie sie am 09.09.2026 auf den Anbieterseiten standen. Die Bewertung orientiert sich an den tatsächlichen Anforderungen des Finanzamts, nicht an Marketing-Features.
Transparenzhinweis: MileTrack ist unser Produkt. Deshalb steht im MileTrack-Abschnitt ausdrücklich auch, wo die App nicht die richtige Wahl ist — kein Android, keine Flottenverwaltung, keine Erfassung für Fahrzeuge, die niemand mit dem eigenen Telefon fährt — und die Gratis- und Aufbewahrungsvorbehalte weiter unten gelten für sie wie für jede andere App hier.
Die 5 Apps im Überblick
| App | Automatik | Preis | Finanzamt-konform | Plattform | Ideal für |
|---|---|---|---|---|---|
| MileTrack | Automatische Fahrtenerkennung per Smartphone-Sensoren | 0 € (Early Access) | Ja — Pflichtfelder, Änderungsprotokoll, CSV-Rohdaten | iPhone (Android noch nicht veröffentlicht) | Einzelpersonen, Pendler, Selbstständige |
| Vimcar | OBD-Stecker mit automatischer Erkennung | 24,90 €/Monat netto und Fahrzeug | Ja, finanzamtkonform | iOS, Android, Web | Flotten, Unternehmen mit Fuhrpark |
| WISO Fahrtenbuch | Manuelle Eingabe + Import aus Fremd-Apps | 19,99 € brutto einmalig fürs Jahr | Ja, sofern lückenlos eingetragen | Nur Windows | Wenigfahrer am Windows-Rechner |
| AutoLogg | OBD-Dongle oder Fahrzeugdaten, automatische Erkennung | ab 150 €/Jahr netto | Pflichtfelder ja, PDF- und CSV-Export ja; zum Änderungsprotokoll macht der Anbieter keine Angabe | iOS, Android, Web | Selbstständige und Firmen mit Einzelfahrzeugen |
| Lexware elektr. Fahrtenbuch | OBD-Stecker mit automatischer Erkennung | 24,90 €/Monat netto und Fahrzeug | Ja — wie Vimcar, weil es Vimcar ist | iOS, Android, Web | Lexware-Kunden — technisch identisch mit Vimcar |
Was die Apps 2026 kosten
Preise sind der Punkt, an dem Vergleichsseiten am häufigsten ausweichen. Deshalb hier die Listenpreise für ein Fahrzeug, abgelesen am 09.09.2026 auf den Preisseiten der Anbieter — mit der Angabe, ob netto oder brutto, und mit dem, was der Preis nicht enthält.
| App | Listenpreis | Netto oder brutto | Abrechnung | Mindestlaufzeit | Hardware | Testphase |
|---|---|---|---|---|---|---|
| MileTrack | 0 € | — | — | Keine | Keine | Entfällt |
| Vimcar Fahrtenbuch | 24,90 € im Monat, 21,90 € bei 24 Monaten Laufzeit | netto, zzgl. 19 % USt | Jährlich im Voraus | 12 oder 24 Monate | OBD-Stecker enthalten, aber geliehen | 30 Tage Geld-zurück |
| WISO Fahrtenbuch | 19,99 € einmalig für das Jahr 2026 | brutto (Buhl weist keine USt gesondert aus; bei 19 % wären es 3,19 €) | Einmalkauf pro Geschäftsjahr | Keine | Keine | Auf der Produktseite keine beworben |
| AutoLogg | 150 € im Jahr ohne Dongle, 174 € mit Dongle | netto, zzgl. USt | Jährlich oder monatlich | 12 Monate im Jahrestarif, sonst monatlich kündbar (AGB 7.2–7.4) | Dongle enthalten, aber geliehen | 30 Tage kostenlos |
| Lexware elektr. Fahrtenbuch | 24,90 € im Monat oder 298,80 € im Jahr | netto, zzgl. 19 % USt | Monatlich oder jährlich | Nicht veröffentlicht | OBD-Stecker enthalten | 30 Tage Geld-zurück |
Drei Dinge, die aus dieser Tabelle nicht sofort ins Auge springen.
Netto ist nicht der Endpreis. Vimcar, AutoLogg und Lexware weisen netto aus, Buhl brutto. Vimcars 24,90 € sind mit 19 % Umsatzsteuer 29,63 € im Monat, also rund 356 € brutto im Jahr und Fahrzeug. Wer die Zahlen von den Werbeseiten nebeneinanderlegt, vergleicht sonst zwei verschiedene Größen. Für Vorsteuerabzugsberechtigte ist netto die richtige Zahl, für alle anderen brutto.
Die Hardware gehört Ihnen nicht. Bei Vimcar bleibt der Stecker nach den AGB (Stand 20.10.2025) Eigentum der Vimcar GmbH und muss am Vertragsende zurück. Kommt er nicht binnen 14 Tagen zurück, berechnet Vimcar nach Ziffer 5.2 seiner AGB 119 € netto. AutoLogg regelt es genauso und verlangt nach Ziffer 4.10 seiner AGB (Stand 08.06.2026) 150 € netto, wenn der Dongle nicht innerhalb von 30 Tagen zurückkommt. „Hardware inklusive“ heißt also: im Preis enthalten, solange der Vertrag läuft — keine Anschaffung, die nach dem Wechsel noch etwas wert wäre.
Lexware ist Vimcar. Auf der Lexware-Produktseite steht wörtlich: „Die APP wird von der Vimcar GmbH betrieben.“ Der Preis ist mit 24,90 € netto identisch mit Vimcars Einzelnutzer-Tarif. Es stehen hier also nicht fünf unabhängige Erfassungssysteme nebeneinander, sondern vier — eines davon unter zwei Marken. Wer beide Angebote einholt, holt zweimal dasselbe ein.
Was das über drei Jahre bedeutet
Ein Fahrtenbuch muss über das ganze Steuerjahr durchlaufen, und meistens über mehrere. Über drei Jahre und ein Fahrzeug gerechnet:
| App | 3 Jahre, ein Fahrzeug |
|---|---|
| MileTrack | 0 € |
| WISO Fahrtenbuch | 49,97 € brutto (Erstjahr plus zwei Jahre Aktualitäts-Garantie) |
| AutoLogg, Jahrestarif | 450 € netto ohne Dongle, 522 € netto mit Dongle |
| Vimcar und Lexware, 12-Monats-Vertrag | 896,40 € netto ≈ 1.067 € brutto |
AutoLogg ist als österreichisches Unternehmen im Reverse-Charge-Verfahren abzurechnen, wenn der Kunde eine UID hat — eine Bruttozahl wäre für den einzigen zulässigen Kundentyp irreführend und steht deshalb nicht in der Tabelle.
Diese Summen ersetzen keine Bewertung. Ein Fuhrpark mit acht Fahrzeugen braucht die Verwaltungsebene, die MileTrack nicht hat. Dort ist Vimcars Preis kein Vergleichsmaßstab, sondern der Einstiegspreis in eine andere Kategorie. Für eine Person mit einem Auto sieht es anders aus: Der Vorteil der Fahrtenbuchmethode gegenüber der Pauschalbesteuerung liegt je nach Fahrzeug und Privatanteil oft im niedrigen vierstelligen Bereich — über 1.000 € Werkzeugkosten in drei Jahren zehren davon einen sichtbaren Teil auf.
Und ein Preis sagt nichts über die GoBD. Die 19,99 € von Buhl sind der günstigste Eintrittspreis in dieser Tabelle, kaufen aber eine Windows-Software ohne eigene Erfassung — die Vollständigkeit hängt dann an Ihrer Disziplin, nicht an der App. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.
Worauf bei einer Fahrtenbuch App achten?
Das Finanzamt verlangt lückenlose, zeitnahe und nachvollziehbare Aufzeichnungen. Eine Fahrtenbuch App muss deshalb vier Kernkriterien erfüllen — und genau an diesen Kriterien trennt sich brauchbar von unbrauchbar.
Vollständigkeit der Pflichtangaben
Jede Fahrt braucht: Datum, Abfahrtsort, Zielort, Reisezweck, gefahrene Kilometer und den Kilometerstand. Fehlt ein einziges Feld, kann das Finanzamt das gesamte Fahrtenbuch verwerfen. Das bestätigte der BFH wiederholt, zuletzt in seinem Urteil vom 15.02.2017 (VI R 50/15): Ein Fahrtenbuch ist nur ordnungsgemäß, wenn es zeitnah und in geschlossener Form geführt wird.
In der Praxis scheitern viele Fahrtenbücher am Reisezweck. „Termin“ oder „Besprechung“ genügt nicht — das Finanzamt verlangt nachvollziehbare Angaben wie den besuchten Geschäftspartner oder den konkreten Anlass. Eine gute App sollte Sie beim Eintragen daran erinnern.
Zeitnahe Erfassung
Das BMF-Schreiben vom 18.11.2009 (IV C 6 – S 2177/07/10004) stellt klar: Nachträgliche Sammelerfassungen reichen nicht aus. Die Dokumentation muss zeitnah erfolgen — in der Regel am selben oder spätestens am nächsten Tag. Eine App mit automatischer Erkennung hat hier einen strukturellen Vorteil, weil die Erfassung im Moment der Fahrt beginnt und nicht vom Gedächtnis des Nutzers abhängt.
Wer Fahrten erst am Wochenende oder gar am Monatsende nachtragen muss, riskiert nicht nur Fehler, sondern auch die Verwerfung des gesamten Fahrtenbuchs durch das Finanzamt.
Manipulationssicherheit
Nach den GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) müssen elektronische Fahrtenbücher unveränderbar sein oder Änderungen lückenlos protokollieren. Das bedeutet konkret: Wenn Sie eine Fahrt nachträglich korrigieren — etwa den Zielort anpassen oder den Anlass ergänzen — muss die App den ursprünglichen Eintrag, den neuen Eintrag und den Zeitpunkt der Änderung speichern.
Prüfen Sie bei jeder App, ob sie eine sichtbare Änderungshistorie führt. Ohne dieses Feature ist die GoBD-Konformität nicht gegeben — egal was die Marketingseite verspricht.
Exportqualität
Steuerberater und Finanzamt arbeiten mit PDFs und Tabellen. Die App muss saubere Monatsreports im PDF- oder CSV-Format liefern — inklusive aller Pflichtfelder. Achten Sie darauf, dass der Export auch ältere Monate umfasst und nicht nur den aktuellen Zeitraum.
Ein guter Export enthält: eine Fahrtenliste pro Monat, Summierung nach Kategorien (dienstlich, privat, Pendeln), den Kilometerstand am Monatsanfang und -ende sowie eine Gesamtübersicht für das Steuerjahr.
Automatische Erkennung vs. manuelles Eintragen
Der größte Unterschied zwischen den Apps liegt in der Erfassungsmethode. Diese Entscheidung bestimmt, wie viel Aufwand die App im Alltag verursacht — und wie wahrscheinlich Lücken entstehen.
Automatische Erkennung
MileTrack, Vimcar, Lexware und AutoLogg erkennen Fahrten automatisch. MileTrack nutzt die Smartphone-Sensoren (Beschleunigung, Standort, Aktivitätserkennung), die übrigen setzen auf Hardware im Fahrzeug — bei AutoLogg wahlweise auch auf die Bordelektronik vernetzter Fahrzeuge, was den Dongle und 24 € netto im Jahr spart. Die Ansätze haben unterschiedliche Vor- und Nachteile:
Smartphone-basiert (MileTrack): Keine zusätzliche Hardware nötig, funktioniert in jedem Fahrzeug, erkennt auch Fahrten als Beifahrer oder mit Mietwagen. Stromverbrauch auf dem Smartphone ist der Hauptnachteil, wobei moderne Implementierungen diesen durch intelligentes Batterie-Management minimieren.
Hardware-basiert (Vimcar, Lexware, AutoLogg): Höhere GPS-Genauigkeit durch dedizierten Empfänger, unabhängig vom Smartphone-Akku, funktioniert auch wenn das Handy nicht dabei ist. Dafür: Bindung an ein bestimmtes Fahrzeug, Installation nötig, und bei Fahrzeugwechsel (Mietwagen, Carsharing) keine Erfassung. Die Hardware selbst kostet bei allen drei Anbietern nichts extra — sie ist in der monatlichen Gebühr enthalten und bleibt Eigentum des Anbieters.
Manuelle Eingabe
WISO Fahrtenbuch ist hier der Ausreißer: Die Software erfasst selbst nichts. Fahrten werden am Windows-Rechner eingetragen oder aus einer kompatiblen Fremd-App importiert — Buhl nennt dafür unter anderem die Fahrtenbuch-App von Stefan Meyer, Vimcar und TripTracker. Das funktioniert bei wenigen Fahrten pro Woche zuverlässig, wird aber bei täglichen Dienstfahrten schnell fehleranfällig.
Das Problem ist nicht die einzelne vergessene Fahrt — sondern der Kaskadeneffekt. Wer am Montag eine Fahrt vergisst und am Dienstag zwei weitere, hat am Mittwoch bereits drei Nachträge. Am Freitag sind es womöglich sieben. Spätestens dann sinkt die Qualität der Anlassnotizen, weil Details nicht mehr frisch im Gedächtnis sind.
Was besser passt
Für Vielfahrer mit mehr als 10 beruflichen Fahrten pro Woche ist automatische Erkennung praktisch alternativlos. Wer nur 2–3 Mal pro Woche beruflich fährt, kommt mit manueller Eingabe zurecht — muss aber die Disziplin aufbringen, jede Fahrt am selben Tag einzutragen. Erst dann vergleicht man 19,99 € brutto einmalig und rund 356 € brutto im Jahr auf gleicher Grundlage. Für Selbstständige mit wechselnden Fahrzeugen (eigener Pkw plus gelegentlicher Mietwagen) ist eine Smartphone-basierte Lösung flexibler als eine Hardware-Lösung.
GoBD-Konformität — warum das wichtig ist
Die GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019, IV A 4 – S 0316/19/10003:001) regeln, wie elektronische Aufzeichnungen in Deutschland beschaffen sein müssen. Diese Grundsätze gelten für alle Unternehmer und Freiberufler, die steuerrelevante Unterlagen digital führen. Für Fahrtenbuch Apps sind drei Punkte entscheidend:
-
Unveränderbarkeit: Einträge dürfen nach dem Speichern nicht mehr stillschweigend geändert werden. Jede Änderung muss mit Zeitstempel und dem ursprünglichen Wert protokolliert werden. Das Finanzamt muss nachvollziehen können, was wann geändert wurde.
-
Vollständigkeit: Alle steuerlich relevanten Fahrten müssen erfasst sein. Lücken — erkennbar etwa an Sprüngen im Kilometerstand — führen zur Verwerfung des gesamten Fahrtenbuchs. Auch private Fahrten müssen als solche (mindestens mit Kilometerangabe) dokumentiert sein.
-
Nachvollziehbarkeit: Ein sachverständiger Dritter muss die Aufzeichnungen in angemessener Zeit prüfen können. Das umfasst eine klare Struktur, verständliche Anlassnotizen und nachvollziehbare Kilometerstände.
Nicht jede App, die „finanzamtkonform“ oder „GoBD-konform“ bewirbt, erfüllt diese Anforderungen tatsächlich. Entscheidend ist, ob Änderungen protokolliert werden, ob die Exporte alle Pflichtfelder enthalten und ob die Daten über den gesetzlichen Aufbewahrungszeitraum von 10 Jahren zugänglich bleiben.
Praktischer Test der GoBD-Konformität
So prüfen Sie in 5 Minuten, ob eine App GoBD-konform arbeitet:
- Legen Sie eine Testfahrt mit Datum, Start, Ziel, Anlass und km an
- Exportieren Sie den Monat als PDF
- Ändern Sie den Anlass der Testfahrt
- Exportieren Sie erneut
- Prüfen Sie: Ist die Änderung im Export sichtbar protokolliert? Steht der ursprüngliche Wert noch im Protokoll?
Wenn die Änderung spurlos verschwunden ist, erfüllt die App die GoBD nicht.
Die Apps im Detail
MileTrack
MileTrack erkennt Fahrten automatisch über Smartphone-Sensoren — ohne zusätzliche Hardware. Die App klassifiziert Fahrten in drei Kategorien: dienstlich, Pendeln und privat. Steuerfertige Berichte enthalten alle vom Finanzamt geforderten Pflichtfelder: Datum, Uhrzeit, Abfahrtsort, Zielort, Anlass, Kilometer und Kilometerstand.
Änderungen an einer Fahrt werden mit Zeitstempel, Grund und geänderten Feldern protokolliert — das ist die Bedingung aus dem Kriterienteil oben, an der die meisten Tabellenlösungen scheitern. Der Export erfolgt als PDF, CSV und XLSX mit Kilometerstand, Streckenkontext und Anlass — fertig für den Steuerberater und als Rohdaten weiterverwendbar. Die Fahrtenerkennung nutzt eine Kombination aus Beschleunigungssensor, Standortdaten und Aktivitätserkennung, um den Batterieverbrauch niedrig zu halten.
Aktuell befindet sich MileTrack im kostenlosen Early Access. Das macht sie zur interessanten Option für Einzelpersonen, Pendler und Selbstständige, die eine schlanke Lösung ohne Hardware und ohne monatliche Kosten suchen. Die App ist derzeit für das iPhone verfügbar; eine Android-Version ist noch nicht veröffentlicht.
Stärken: Automatik ohne Hardware, kein Abo nötig, datenschutzfreundlich (lokale Datenspeicherung), protokollierte Änderungen, PDF-/CSV-/XLSX-Export, niedrige Einstiegshürde. Einschränkung: Noch im Early Access — dass der Zugang kostenlos bleibt, ist nicht zugesagt, also gilt hier derselbe Vorbehalt wie bei jedem Gratis-Modell weiter unten. Kein Android, keine Flottenverwaltung. Die Fahrthistorie liegt standardmäßig nur auf dem Gerät: Für die zehnjährige Aufbewahrung nach §147 AO zählt der Jahresexport, nicht die App.
Vimcar
Vimcar ist besonders im Flottenbereich etabliert. Ein kleiner OBD-Stecker wird in den Diagnoseport des Fahrzeugs gesetzt und zeichnet Fahrten automatisch auf.
Die Web-Oberfläche eignet sich gut für Fuhrparkmanager, die mehrere Fahrzeuge und Fahrer verwalten. Steuerberater können per Einladungslink direkten Zugriff auf die Fahrtenbücher erhalten. Die Berichte sind finanzamtkonform, jede Änderung wird mit Zeitstempel im Änderungsprotokoll festgehalten.
Neben dem Fahrtenbuch bietet Vimcar Flottenmanagement, Tankkarten-Integration und Fuhrparkanalysen. Für Einzelnutzer sind diese Zusatzfunktionen oft weniger relevant.
Der Einzelnutzer-Tarif kostet 24,90 € netto im Monat und Fahrzeug bei 12 Monaten Laufzeit, 21,90 € bei 24 Monaten, abgerechnet jährlich im Voraus. Das sind 298,80 € netto beziehungsweise rund 356 € brutto pro Jahr und Fahrzeug. Nach den AGB verlängert sich der Vertrag um zwölf Monate, wenn er nicht vier Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Der günstigere Aktionspreis von 19,90 € gilt nur für Team-Lizenzen und nur im ersten Jahr — für eine Person ist er nicht buchbar. Wer mehr als zehn Fahrzeuge hat, findet keinen Listenpreis mehr, sondern den Hinweis: „Kontaktieren Sie unser Sales-Team für Ihr individuelles Angebot.“ Den direkten Kosten- und Funktionsvergleich vertieft der Guide Vimcar Alternative 2026.
Stärken: Bewährt am Markt, flottengeeignet, guter Steuerberater-Zugang, umfangreiche Zusatzfunktionen, solides Änderungsprotokoll. Einschränkung: Für Einzelnutzer oft zu schwergewichtig, und mit rund 356 € brutto pro Jahr und Fahrzeug die teuerste Option in diesem Vergleich. Hardware muss in jedem Fahrzeug stecken, bleibt Eigentum von Vimcar und muss am Vertragsende zurück. Keine Erfassung bei Fahrzeugwechsel (Mietwagen).
WISO Fahrtenbuch
Das WISO Fahrtenbuch von Buhl Data ist der Preisbrecher dieses Vergleichs: 19,99 € brutto, einmalig für das Geschäftsjahr 2026, ohne Vertrag und ohne Fahrzeuglimit. Zum Folgejahr bietet Buhl die Aktualitäts-Garantie ab 14,99 € an. Die Desktop-Version bietet umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten mit Sortier- und Filterfunktionen.
Dafür gibt es zwei Einschränkungen, die man vor dem Kauf kennen sollte. Erstens läuft die Software ausschließlich unter Windows — Buhl schreibt dazu in den FAQ: „Nein, zum aktuellen Zeitpunkt steht WISO Fahrtenbuch ausschließlich für Windows zur Verfügung.“ Es gibt keine eigene iPhone- oder Android-App. Zweitens erfasst das Programm selbst keine Fahrten: Sie tragen sie am Rechner ein oder importieren sie aus einer kompatiblen Fremd-App. Wer unterwegs automatisch erfassen will, braucht also zusätzlich eine zweite App — und deren Kosten kommen zu den 19,99 € dazu.
Anders als oft angenommen ist das Fahrtenbuch kein Bestandteil von WISO Steuer, sondern ein eigenes Produkt mit eigenem Preis.
Stärken: Mit 19,99 € brutto der günstigste Eintrittspreis, Einmalkauf statt Abo, beliebig viele Fahrzeuge zum selben Preis, solide Desktop-Bearbeitung, große Nutzerbasis. Einschränkung: Keine eigene Erfassung — manuelle Eingabe oder Import aus Fremd-Apps. Nur Windows, keine eigene mobile App. Kein Flottenmanagement. Auf der Produktseite wird keine Testversion beworben.
AutoLogg
AutoLogg verwendet einen OBD-Dongle und erkennt Fahrten automatisch. Die Bedienoberfläche ist bewusst einfach gehalten — wenige Bildschirme, klare Kategorien, schnelle Klassifizierung. Für Einzelfahrzeuge mit regelmäßigen Dienstfahrten eine pragmatische Lösung ohne Overengineering.
Der OBD-Dongle wird einmalig in den Diagnosestecker gesetzt und überträgt die Fahrten nach den AGB über eine eingebaute SIM-Karte direkt an AutoLogg. Die App zeigt Fahrten nach Aufzeichnung an und fordert zur Kategorisierung auf. Der Export erfolgt als PDF und CSV mit allen Pflichtfeldern.
AutoLogg liegt typischerweise zwischen Einzellösung und Flotten-Tool. Im Vergleich zu Vimcar fehlen Flottenmanagement-Funktionen, dafür ist die App für Einzelnutzer weniger überladen — und deutlich günstiger.
Der Basis-Tarif kostet bei jährlicher Zahlung 150 € netto im Jahr (12,50 € im Monat) in der Variante ohne Dongle, die die Daten aus dem vernetzten Fahrzeug zieht, und 174 € netto (14,50 € im Monat) mit OBD-Dongle. Bei monatlicher Zahlung sind es 15,50 € beziehungsweise 17,50 €. Der Pro-Tarif liegt jeweils 4,50 € im Monat und Fahrzeug darüber und gilt für das ganze Konto. Ab zehn Fahrzeugen nennt AutoLogg keinen Listenpreis mehr. 30 Tage sind kostenlos zum Testen. Der Jahrestarif bindet zwölf Monate und verlängert sich automatisch, der Monatstarif ist zum Monatsende kündbar.
Der Dongle ist im Preis enthalten, gehört aber dem Anbieter: Kommt er nach Vertragsende nicht innerhalb von 30 Tagen zurück, berechnet AutoLogg nach Ziffer 4.10 seiner AGB 150 € netto. Für Privatpersonen ist AutoLogg ohnehin nicht buchbar — auf der Shop-Seite steht: „AutoLogg richtet sich nur an Unternehmen und Selbstständige.“
Stärken: Einfache Einrichtung, automatische Erkennung, übersichtliche Oberfläche, schnelle Kategorisierung, mit 150 € netto im Jahr rund die Hälfte von Vimcar, 30 Tage kostenlos zum Testen. Einschränkung: Ohne kompatibles vernetztes Fahrzeug braucht es den OBD-Dongle, der geliehen ist und zurückmuss. Weniger Funktionen für Flotten als Vimcar. Laut AGB nur für Unternehmen und Selbstständige.
Lexware elektronisches Fahrtenbuch
Hier lohnt der zweite Blick. Das Fahrtenbuch ist nicht Teil des Buchhaltungspakets Lexware Office (früher lexoffice) — auf dessen Preisseite kommt das Wort Fahrtenbuch nicht vor. Es ist ein eigenes Produkt aus dem Lexware-Shop, unabhängig von jeder Buchhaltungssoftware zu kaufen.
Und es ist keine eigene Technik: „Die APP wird von der Vimcar GmbH betrieben. Haufe-Lexware hat auf die APP und deren Funktionsweise keinen Einfluss.“ Der Preis bestätigt das — 24,90 € netto im Monat oder 298,80 € netto im Jahr (29,63 € beziehungsweise 355,57 € brutto) ist exakt Vimcars Einzelnutzer-Tarif. Der OBD-Stecker mit eingebauter SIM-Karte ist enthalten und wird selbst eingesteckt.
Wer direkt bei Lexware kauft, hat 30 Tage Rückgaberecht; beim Kauf über den Handel oder über Vimcar gilt es ausdrücklich nicht. Eine Mindestlaufzeit nennt die Produktseite nicht — der Monatspreis heißt dort allerdings „Rate“, und 298,80 € entsprechen exakt zwölf Monatsraten.
Stärken: Automatische Erfassung per OBD-Stecker, bewährte Vimcar-Technik, vertrauter Anbieter für Lexware-Kunden, 30 Tage Rückgaberecht beim Direktkauf. Einschränkung: Technisch dasselbe Produkt wie Vimcar zum selben Preis — als fünfte Option im Vergleich zählt es nicht wirklich mit. Keine Integration in Lexware Office, nur ein XML-Export für Lexware reisekosten. Vertragsbedingungen weniger transparent als beim Original.
Kostenfalle bei Gratis-Modellen
Kostenlose Fahrtenbuch Apps können für den Einstieg reichen. Die typischen Einschränkungen treffen aber genau dann, wenn Sie die Daten für die Steuererklärung brauchen:
- Limitierte Exportfunktionen (z.B. nur 3 Monate rückwirkend oder ohne Kilometerstand im Export)
- Begrenzte Änderungshistorie (Änderungen werden nicht protokolliert)
- Eingeschränkte Kategorisierung (z.B. nur „beruflich“ und „privat“, kein separates „Pendeln“)
- Werbung und Upselling im Workflow, die Zeit kosten
- Datenlöschung nach Ablauf einer Testphase
Prüfen Sie vor der Festlegung auf eine kostenlose App, ob der Export alle Pflichtfelder enthält, ob die Datenhistorie das gesamte Steuerjahr abdeckt und ob Änderungen protokolliert werden. Eine App, die am 15. März das Steuerjahr-Export nur gegen Upgrade freischaltet, ist keine echte Gratis-Lösung.
Sichere Migration bei App-Wechsel
Wer mitten im Jahr die Fahrtenbuch App wechselt, riskiert Lücken in der Dokumentation. So geht es sauber:
- Alle bisherigen Monate vollständig als PDF und CSV exportieren — prüfen Sie, ob die Exporte den Kilometerstand enthalten
- Eine kurze Parallelphase (mindestens 2 Wochen) einplanen, in der beide Apps laufen
- Nach der Parallelphase: fehlende oder duplizierte Fahrten in der neuen App bereinigen
- Das Startdatum der neuen App klar dokumentieren (z.B. als Notiz im ersten Eintrag)
- Alle Exporte zentral archivieren — idealerweise in einem Ordner pro Steuerjahr
Ein lückenloser Nachweis über das gesamte Steuerjahr ist wichtiger als die perfekte App. Im Zweifelsfall lieber das alte Tool bis Jahresende weiternutzen und im Januar sauber wechseln.
Red Flags im Fahrtenbuch App Test
Vermeide Apps, die:
- keinen Rohdatenexport (CSV) liefern — Sie sind sonst vom Anbieter abhängig
- ältere Monate überschreiben oder löschen
- Kategorien nicht klar in dienstlich, Pendeln und privat trennen
- keine Änderungshistorie protokollieren (GoBD-Verstoß)
- Korrekturen unnötig kompliziert machen (z.B. nur über den Kundenservice)
- bei Kündigung die Daten sofort löschen statt eine Exportfrist einzuräumen
- keine Angabe zum Kilometerstand im Export enthalten
Solche Einschränkungen führen dazu, dass trotz App-Nutzung viel manuelle Nacharbeit bleibt — und das Finanzamt das Fahrtenbuch im schlimmsten Fall verwirft.
Bewertungsmodell für den eigenen Test
Wenn Sie die Apps selbst vergleichen wollen, nutzen Sie diese fünf Kategorien mit je 1–5 Punkten:
| Kategorie | Gewichtung | Worauf achten |
|---|---|---|
| Erfassungszuverlässigkeit | 30 % | Werden alle Fahrten erkannt? Wie oft manuell nachtragen? |
| Korrekturgeschwindigkeit | 20 % | Wie schnell lassen sich Fahrten splitten, umkategorisieren, ergänzen? |
| Exportqualität | 25 % | Enthält der PDF-Export alle Pflichtfelder? CSV verfügbar? |
| Historienstabilität | 15 % | Bleiben alte Monate unverändert abrufbar? Gibt es ein Änderungslog? |
| Kostenklarheit | 10 % | Transparente Preise? Keine versteckten Limits bei Export oder Historie? |
Gewichten Sie Export und Historie höher, wenn Ihr Fokus auf steuerlicher Nachvollziehbarkeit liegt. Gewichten Sie Erfassung höher, wenn Sie viel unterwegs sind.
Ergänzende Leitfäden
Nutzen Sie den Vergleich zusammen mit:
- Fahrtenbuch Pflichtangaben: Checkliste für saubere Nachweise
- Fahrtenbuch und Steuer: Schritt-für-Schritt für die Einreichung
- Kilometerpauschale 2026: Praxiskompass für Pendeln und Dienstreise
Fazit
Die richtige Fahrtenbuch App hängt vom eigenen Profil ab, und der Preis entscheidet erst an zweiter Stelle. Vielfahrer mit Einzelfahrzeug profitieren von automatischer Erkennung ohne Hardware (MileTrack, 0 €). Wer automatisch erfassen will und ein Budget hat, findet bei AutoLogg für 150 € netto im Jahr etwa die Hälfte von Vimcars 298,80 € netto. Flottenmanager mit mehreren Fahrzeugen brauchen die Verwaltungsebene von Vimcar — und zahlen dafür ab rund 356 € brutto pro Fahrzeug und Jahr. Wer selten fährt und einen Windows-Rechner hat, kommt mit den 19,99 € brutto des WISO Fahrtenbuchs am günstigsten weg, muss die Fahrten dann aber selbst eintragen. Lexware braucht in dieser Liste niemand gesondert zu prüfen — es ist Vimcar unter anderem Namen, zum selben Preis.
Entscheidend ist nicht die schönste Oberfläche, sondern ob die App monatlich belastbare, finanzamtkonforme Nachweise erzeugt und den Dokumentationsaufwand tatsächlich reduziert statt ihn nur zu verschieben. Testen Sie jede App mindestens zwei Wochen im realen Alltag, bevor Sie sich festlegen.
MileTrack erfasst Fahrten automatisch, klassifiziert sie als dienstlich, Pendeln oder privat und exportiert steuerfertige Berichte mit allen Pflichtfeldern. Zur passenden deutschen Produktseite und zum aktuellen Zugangspfad geht es hier: miletrack.app/de-de.
Steuerhinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung. Alle Preise Stand 09.09.2026, abgelesen auf den oben verlinkten Anbieterseiten — vor der Bestellung dort noch einmal prüfen.
Aktualitätshinweis
Alle Preise wurden am 09.09.2026 direkt auf den Preisseiten der Anbieter abgelesen. Angegeben ist jeweils der Listenpreis für ein Fahrzeug — Aktions- und Teamtarife können abweichen, und Anbieter ändern Konditionen. Vor der Bestellung die verlinkten Preisseiten prüfen. MileTrack ist unser eigenes Produkt; der Vergleich benennt deshalb ausdrücklich auch die Fälle, in denen eine andere App die bessere Wahl ist.
Offizielle Quellen
Fahrtenbuch nicht mehr von Hand nachbauen
MileTrack erkennt Fahrten automatisch, trennt dienstlich, Pendeln und privat und exportiert finanzamtstaugliche PDF-, CSV- und XLSX-Dateien. Kostenlos fürs iPhone, ohne Konto.
FAQ
Was kostet eine Fahrtenbuch App 2026?
Die Spanne ist groß. WISO Fahrtenbuch kostet 19,99 € brutto einmalig für das Jahr, verlangt aber manuelle Eingabe unter Windows. AutoLogg beginnt bei 150 € netto im Jahr für ein Fahrzeug. Vimcar und das baugleiche Lexware-Fahrtenbuch kosten 24,90 € netto im Monat und Fahrzeug, also 298,80 € netto beziehungsweise rund 356 € brutto im Jahr. MileTrack ist im Early Access kostenlos. Preisstand 09.09.2026.
Ist bei Vimcar und AutoLogg die Hardware im Preis enthalten?
Enthalten ja, gekauft nein. Beide Anbieter liefern den Stecker ohne Aufpreis, behalten laut ihren AGB aber das Eigentum daran. Am Vertragsende muss die Hardware zurück — bei AutoLogg werden 150 € netto fällig, wenn das nicht innerhalb von 30 Tagen passiert. Wer die Kosten rechnet, sollte Hardware deshalb nicht als einmalige Anschaffung verbuchen.
Was ist bei einem Fahrtenbuch App Vergleich am wichtigsten?
Verlässliche Erfassung, schnelle Korrekturen und stabile Exporte sind wichtiger als optische Dashboard-Features. Die App muss Fahrten finanzamtkonform dokumentieren.
Reicht eine kostenlose App für steuerliche Zwecke?
Das hängt vom Fahrtenvolumen ab. Prüfe Export-Tiefe, Historie und Korrekturfunktionen vor der Entscheidung. Kostenlose Apps schränken oft genau diese Funktionen ein.
Sollte man mitten im Jahr die App wechseln?
Nur mit sauberem Migrationsplan, damit keine Lücken oder Doppelungen in den Nachweisen entstehen. Exportiere alle Daten vor dem Wechsel vollständig.
