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0,25 %-Regelung 2026: E-Auto als Dienstwagen bis 100.000 €
Die 0,25 %-Regelung macht das E-Auto zum günstigsten Dienstwagen — und die neue 100.000-€-Grenze öffnet sie fürs Premium-Segment. Rechenbeispiele, PHEV-Regeln und der Fahrtenbuch-Vergleich.
Kein Steuerhebel macht das Elektroauto so attraktiv wie die Dienstwagenbesteuerung: Wer einen E-Firmenwagen privat nutzt, versteuert nur 0,25 % des Bruttolistenpreises pro Monat — ein Viertel dessen, was für einen Verbrenner fällig wird. Seit Juli 2025 gilt die Regel bis zu einem Listenpreis von 100.000 €, womit auch das Premium-Segment hineinrutscht.
Dieser Artikel rechnet die Regel durch, erklärt die Grenzwerte nach Anschaffungsdatum, die Sonderregeln für Plug-in-Hybride — und zeigt, in welchen Fällen die Fahrtenbuch-Methode sogar die 0,25 %-Regel unterbietet.
Wie die 0,25 %-Regelung funktioniert
Rechtsgrundlage ist §6 Abs. 1 Nr. 4 EStG. Die Mechanik entspricht der bekannten 1 %-Methode, nur mit geviertelter Bemessungsgrundlage: Für die private Nutzung eines reinen Elektro-Dienstwagens wird monatlich 1 % von einem Viertel des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil angesetzt — effektiv also 0,25 %.
Rechenbeispiel VW ID.3 (BLP 40.000 €):
- Geldwerter Vorteil: 40.000 € × 0,25 % = 100 € pro Monat (1.200 €/Jahr)
- Derselbe Wagen hypothetisch als Verbrenner: 40.000 € × 1 % = 400 €/Monat (4.800 €/Jahr)
- Bei 40 % Grenzsteuersatz: 480 € statt 1.920 € Steuer pro Jahr — Ersparnis 1.440 €
Der Bruttolistenpreis ist immer der inländische Listenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung inklusive Sonderausstattung — nicht der tatsächlich gezahlte, rabattierte Kaufpreis. Das gilt auch bei Gebrauchtwagen und Leasing.
Die BLP-Grenzen: entscheidend ist das Anschaffungsdatum
Die Grenze, bis zu der die 0,25 %-Regel greift, wurde zweimal angehoben — zuletzt mit dem Investitionsbooster-Gesetz 2025:
| Anschaffung | BLP-Grenze für 0,25 % |
|---|---|
| Nach dem 30.06.2025 | 100.000 € |
| 01.01.2024 – 30.06.2025 | 70.000 € |
| Bis 31.12.2023 | 60.000 € |
Zwei Konsequenzen, die in der Praxis oft übersehen werden:
- Die Grenze wandert nicht mit. Ein im März 2024 angeschaffter E-Dienstwagen mit 85.000 € BLP bleibt beim 0,5 %-Satz — auch 2026. Die 100.000-€-Grenze gilt nur für Fahrzeuge, die nach dem Stichtag angeschafft wurden (und vor dem 01.01.2031).
- Über der Grenze gilt 0,5 %, nicht 1 %. Auch ein E-Auto mit 130.000 € Listenpreis wird nur mit der Hälfte des Verbrenner-Satzes versteuert.
Der Arbeitsweg-Zuschlag rechnet ebenfalls geviertelt
Wer den Dienstwagen auch für den Weg zur ersten Tätigkeitsstätte nutzt, versteuert zusätzlich 0,03 % des Listenpreises pro Entfernungskilometer und Monat. Beim 0,25-%-berechtigten E-Auto wird auch hier der geviertelte Listenpreis angesetzt:
Beispiel ID.3 (40.000 € BLP), 25 km einfache Entfernung:
- E-Auto: 0,03 % × 10.000 € (¼ BLP) × 25 km = 75 € pro Monat (900 €/Jahr)
- Verbrenner gleicher Preisklasse: 0,03 % × 40.000 € × 25 km = 300 €/Monat (3.600 €/Jahr)
Zusammen mit dem Grundwert versteuert der ID.3-Fahrer also 175 €/Monat geldwerten Vorteil — der Verbrenner-Fahrer 700 €. Im Gegenzug steht dem Arbeitnehmer für dieselbe Strecke die Entfernungspauschale von 0,38 €/km als Werbungskosten zu, seit 2026 ab dem ersten Kilometer.
Plug-in-Hybride: 0,5 % nur mit Bedingungen
Für Plug-in-Hybride gilt der halbierte Satz von 0,5 % — aber nur, wenn das Fahrzeug mindestens eine der beiden Anforderungen erfüllt:
- rein elektrische Mindestreichweite von 80 km (verschärft seit 2025; vorher 60 km), oder
- höchstens 50 g CO₂/km nach WLTP
Erfüllt der Hybrid keine der Bedingungen, wird er wie ein Verbrenner mit 1 % versteuert. Vor der Bestellung eines PHEV-Dienstwagens lohnt deshalb der Blick ins Datenblatt — gerade ältere Plug-in-Modelle scheitern an der 80-km-Marke.
Fahrtenbuch statt Pauschale: wann sich das rechnet
Die 0,25 %-Regel ist eine Pauschale — sie wird fällig, egal wie wenig privat gefahren wird. Die Alternative ist die Fahrtenbuch-Methode: versteuert wird nur der tatsächliche Privatanteil an den Fahrzeugkosten. Zwei Punkte machen sie beim E-Auto besonders interessant:
- Die Viertelung gilt auch hier. Bei der Ermittlung der Gesamtkosten wird die Abschreibung (bzw. die Leasingraten) für 0,25-%-berechtigte E-Autos nur zu einem Viertel angesetzt.
- E-Autos haben niedrige laufende Kosten. Strom statt Benzin und weniger Wartung drücken die Kostenbasis zusätzlich.
Vergleichsrechnung ID.3 (40.000 € BLP), 15 % Privatanteil:
- Jahreskosten mit geviertelter AfA: ca. 1.700 € AfA (10.000 € über 6 Jahre) + 900 € Strom + 800 € Versicherung + 400 € Wartung ≈ 3.800 €
- Geldwerter Vorteil: 15 % × 3.800 € = 570 €/Jahr
- Zum Vergleich 0,25 %-Pauschale (ohne Arbeitsweg): 1.200 €/Jahr
Bei geringer Privatnutzung halbiert das Fahrtenbuch den geldwerten Vorteil noch einmal. Der Preis dafür: Das Fahrtenbuch muss zeitnah und in geschlossener Form geführt werden, sonst verwirft es das Finanzamt und die Pauschale gilt rückwirkend. Was das konkret heißt, steht im Guide Fahrtenbuch nachtragen: Was erlaubt ist; die Methodenwahl pro Jahr und Fahrzeug erklärt der App-Vergleich für 2026.
Die Wahl gilt jeweils für das ganze Kalenderjahr und pro Fahrzeug. Wer wechseln will, startet das Fahrtenbuch sauber am 1. Januar — ein unterjähriger Umstieg auf die Fahrtenbuch-Methode ist nicht zulässig.
Was sonst noch für den E-Dienstwagen spricht
- Laden beim Arbeitgeber ist steuerfrei (§3 Nr. 46 EStG) — ohne Anrechnung auf den geldwerten Vorteil.
- Heimlade-Pauschale: Der Arbeitgeber kann 70 €/Monat (ohne Lademöglichkeit im Betrieb) bzw. 30 €/Monat steuerfrei erstatten.
- Kfz-Steuer: E-Autos mit Erstzulassung bis Ende 2030 sind befreit, längstens bis Ende 2035 — und eine Kilometersteuer nach britischem Vorbild ist in Deutschland nicht beschlossen, nur Debatte.
- THG-Quote: 50–100 € pro Jahr, steuerfrei für private Halter.
Alle Posten mit Kostenvergleich E-Auto vs. Verbrenner: Kilometerpauschale für E-Autos 2026.
Dokumentation: die eine Stelle, an der alles hängt
Ob Pauschale oder Fahrtenbuch — die Kilometer müssen stimmen. Für die 0,25 %-Regel braucht es den Nachweis der Arbeitswege (für den 0,03 %-Zuschlag zählt jeder Entfernungskilometer), für die Fahrtenbuch-Methode die lückenlose, zeitnahe Erfassung jeder Fahrt mit Datum, Ziel, Anlass und Kilometerständen.
MileTrack erfasst Fahrten automatisch, klassifiziert sie als dienstlich, Pendeln oder privat und exportiert steuerfertige Berichte mit allen Pflichtfeldern. Zur passenden deutschen Produktseite geht es hier: miletrack.app/de-de.
Steuerhinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung.
Aktualitätshinweis
Rechtsstand September 2026, geprüft gegen ADAC und die Gesetzeslage nach dem Investitionsbooster-Gesetz 2025. Die BLP-Grenze hängt vom Anschaffungsdatum ab — bei Grenzfällen vor dem Ansatz steuerlichen Rat einholen.
Offizielle Quellen
Fahrtenbuch nicht mehr von Hand nachbauen
MileTrack erkennt Fahrten automatisch, trennt dienstlich, Pendeln und privat und exportiert finanzamtstaugliche PDF-, CSV- und XLSX-Dateien. Kostenlos fürs iPhone, ohne Konto.
FAQ
Wie wird ein E-Auto als Dienstwagen 2026 versteuert?
Bei privater Nutzung wird monatlich 0,25 % des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil angesetzt — statt 1 % beim Verbrenner. Voraussetzung ist ein reines Elektroauto, dessen Listenpreis die Grenze zum Anschaffungszeitpunkt nicht übersteigt (100.000 € bei Anschaffung nach dem 30.06.2025).
Gilt die 100.000-€-Grenze auch für früher gekaufte E-Autos?
Nein. Entscheidend ist das Anschaffungsdatum. Für E-Autos, die zwischen Januar 2024 und Juni 2025 angeschafft wurden, liegt die Grenze bei 70.000 €; davor bei 60.000 €. Ein 2024 gekauftes E-Auto mit 85.000 € Listenpreis bleibt also bei 0,5 %.
Was gilt für Plug-in-Hybride als Dienstwagen?
Der halbe Satz von 0,5 % — aber nur, wenn das Fahrzeug mindestens 80 km rein elektrische Reichweite hat oder höchstens 50 g CO₂ pro Kilometer ausstößt. Erfüllt der Hybrid keine der Bedingungen, gilt der volle 1 %-Satz wie beim Verbrenner.
Lohnt sich das Fahrtenbuch trotz 0,25 %-Regel?
Bei geringer Privatnutzung ja. Die Fahrtenbuch-Methode versteuert nur den tatsächlichen Privatanteil der Fahrzeugkosten — und auch dort wird die Abschreibung für 0,25-%-berechtigte E-Autos geviertelt. Wer unter etwa 20 % privat fährt, liegt mit Fahrtenbuch häufig unter dem Pauschalwert.
