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Kilometersteuer für E-Autos: Was beschlossen ist, was Deutschland plant
Die Kilometersteuer ist keine Theorie mehr: Großbritannien startet 2028. Was dort gilt, warum Deutschland diskutiert und welche Abgaben für E-Fahrer hierzulande 2026 wirklich anstehen.
Jahrelang war die “Kilometersteuer” ein Gedankenspiel aus Finanzministerien und Gutachten. Seit dem britischen Haushalt vom November 2025 ist sie ein Vorhaben mit Startdatum: Ab April 2028 zahlen E-Auto-Fahrer in Großbritannien für jede gefahrene Meile. Am 13. Juli 2026 hat die Regierung nach über 5.000 Konsultationsantworten die Konditionen bestätigt — das Gesetz zur Änderung des Vehicle Excise and Registration Act steht allerdings noch aus. Damit hat die Debatte auch hierzulande einen neuen Referenzpunkt, und es lohnt sich, Angekündigtes sauber von Diskutiertem zu trennen.
Sie suchen die Kilometerpauschale — also das, was Sie je Kilometer absetzen können, nicht das, was Sie zahlen sollen? Die steht im Guide zur Kilometerpauschale für E-Autos 2026. Dieser Artikel behandelt die Abgabe pro gefahrenem Kilometer.
Was Großbritannien angekündigt hat
Die neue Abgabe heißt eVED (electric Vehicle Excise Duty) und funktioniert als Aufschlag auf die bestehende Kfz-Steuer:
- 3 Pence pro Meile für reine Elektro- und Wasserstoffautos — umgerechnet etwa 2 Cent pro Kilometer
- 1,5 Pence pro Meile für Plug-in-Hybride und Range-Extender, die über den Verbrenner bereits Mineralölsteuer zahlen
- Start April 2028, zusätzlich zur regulären Kfz-Steuer (VED), die für E-Autos in UK schon seit 2025 gilt
Die Konsultationsantwort vom 13. Juli 2026 hat den Zuschnitt festgezurrt: Die Abgabe gilt nur für Pkw — Transporter, Busse und Lkw bleiben zunächst außen vor —, und ab 2029/30 steigt der Satz jährlich mit der Inflation. Die ursprünglich vorgesehenen zusätzlichen Kilometerstand-Kontrollen für Fahrzeuge unter drei Jahren wurden nach den Rückmeldungen gestrichen, die Meldepflichten für Flotten und Leasinggeber vereinfacht.
Bei einer typischen Jahresfahrleistung von etwa 13.500 km (8.500 Meilen) sind das rund 255 Pfund im Jahr. Bewusst wenig im Vergleich zur Spritsteuer eines Verbrenners: Der Kostenvorteil des E-Autos soll schrumpfen, nicht verschwinden.
Interessant ist die Begründung, denn sie gilt wortgleich für Deutschland: Mit jedem Verbrenner, der vom Markt verschwindet, sinken die Einnahmen aus der Kraftstoffbesteuerung — Geld, das bisher Straßen und Haushalt finanziert. Eine Steuer pro Kilometer ersetzt die Steuer pro Liter.
Was in Deutschland gilt — und was nur Debatte ist
Geltendes Recht 2026: Eine Kilometersteuer gibt es nicht, und es existiert auch kein Gesetzentwurf. Real sind dagegen die Änderungen bei der Kfz-Steuer:
| Situation | Kfz-Steuer für reine E-Autos |
|---|---|
| Erstzulassung bis 31.12.2030 | Befreit für bis zu 10 Jahre, längstens bis 31.12.2035 |
| Nach Ablauf der Befreiung (ab dem 11. Jahr bzw. ab 2036) | 50 % Ermäßigung auf die dann gewichtsbasierte Steuer |
| Plug-in-Hybride | Keine Befreiung — Besteuerung wie Verbrenner nach Hubraum und CO₂ |
Die Debatte dahinter: Die Energiesteuer auf Kraftstoffe bringt dem Bund über 30 Milliarden Euro pro Jahr. Fachgutachten spielen seit Jahren fahrleistungsabhängige Abgaben als Ersatz durch, und einzelne Stimmen aus Politik und Verbänden greifen das regelmäßig auf — konkrete Pläne folgten daraus bislang nicht, auch weil der Hochlauf der E-Mobilität politisch weiter gewollt ist. Zum Vergleich: Mehrere US-Bundesstaaten arbeiten mit pauschalen Jahresgebühren für E-Autos (zwischen etwa 50 und 235 Dollar), die Schweiz diskutiert eine Ersatzabgabe, und UK geht nun den Weg über die Fahrleistung.
Realistisch heißt das für deutsche E-Auto-Fahrer: kurzfristig keine Kilometersteuer, mittelfristig eine Debatte, die mit dem britischen Praxistest ab 2028 an Fahrt gewinnt.
Was sich für E-Auto-Fahrer 2026 tatsächlich rechnet
Wichtiger als die Zukunftsdebatte sind die Regeln, die schon gelten — und die bleiben für E-Autos vorteilhaft:
- Dienstwagen: Die 0,25-%-Besteuerung für reine E-Autos (statt 1 %) bleibt der größte einzelne Steuervorteil — seit Juli 2025 bis 100.000 € Listenpreis.
- Entfernungspauschale: seit dem 1. Januar 2026 einheitlich 0,38 € pro Entfernungskilometer, ab dem ersten Kilometer — verkehrsmittelunabhängig, das E-Auto ist gleichgestellt. Die Details und Rechenbeispiele stehen im Überblick zur Kilometerpauschale 2026.
- Dienstfahrten: 0,30 €/km Kilometerpauschale oder tatsächliche Kosten mit Fahrtenbuch — auch hier zählt der Kilometer, nicht der Antrieb.
- THG-Quote und Ladekosten: weiterhin nutzbar, mit den bekannten Dokumentationsfragen bei Ladeketten.
Die Details samt Kostenvergleich stehen im Guide zur Kilometerpauschale für Elektroautos.
Auffällig ist die gemeinsame Grundlage all dieser Posten: die gefahrenen Kilometer. Heute entscheiden sie über Pauschale, Dienstwagenbesteuerung und Erstattung — eine künftige Kilometerabgabe würde dieselbe Zahl zusätzlich zum Abrechnungsgegenstand machen. Wer 2028 in UK fährt, wird seine Jahresfahrleistung gegenüber der Steuerbehörde plausibilisieren müssen; das deutsche Pendant dazu wäre im Zweifel ebenfalls kilometerbasiert.
Kilometer erfassen, bevor sie Geld kosten
Für die Steuer von heute wie für die Abgaben von morgen gilt: Die eigene Fahrleistung sollte kein Schätzwert sein. Wer dienstlich, Pendeln und privat sauber getrennt aufzeichnet, kann jede Regeländerung sofort durchrechnen — und verliert bei der Steuererklärung keine absetzbaren Kilometer an die Vergesslichkeit.
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Steuerhinweis: Redaktioneller Inhalt, keine Steuerberatung. Die britische Regelung ist angekündigt und kann sich bis 2028 ändern; für Deutschland beschreibt dieser Artikel den Diskussionsstand im September 2026.
Aktualitätshinweis
Stand September 2026. Die britische Regelung ist angekündigt und in der Konsultationsantwort vom 13. Juli 2026 bestätigt, aber erst ab April 2028 wirksam; das Änderungsgesetz steht noch aus, Details können sich bis dahin ändern. Für Deutschland existiert kein Gesetzentwurf — Aussagen zur deutschen Debatte beschreiben Diskussionsstand, nicht geltendes Recht.
Offizielle Quellen
Fahrtenbuch nicht mehr von Hand nachbauen
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FAQ
Kommt die Kilometersteuer für E-Autos in Deutschland?
Beschlossen ist nichts. Es gibt keine Gesetzespläne, nur eine Debatte darüber, wie der Staat wegbrechende Energiesteuer-Einnahmen ersetzen soll, wenn Verbrenner vom Markt verschwinden. Großbritannien liefert ab 2028 das erste große europäische Praxisbeispiel — danach dürfte die deutsche Diskussion konkreter werden.
Wie hoch ist die britische Kilometersteuer für Elektroautos?
Ab April 2028 zahlen Fahrer reiner Elektroautos 3 Pence pro Meile, umgerechnet etwa 2 Cent pro Kilometer. Plug-in-Hybride zahlen 1,5 Pence, weil sie über Benzin bereits Mineralölsteuer entrichten. Bei einer typischen Jahresfahrleistung entspricht das rund 255 Pfund pro Jahr.
Was zahlen E-Auto-Fahrer in Deutschland 2026 an Kfz-Steuer?
Nichts. Reine Elektroautos mit Erstzulassung bis Ende 2030 sind bis zu zehn Jahre steuerbefreit, längstens bis Ende 2035 — ein Anfang 2026 zugelassenes E-Auto fährt also rund neun Jahre steuerfrei. Nach Ablauf der Befreiung ermäßigt sich die dann gewichtsbasierte Kfz-Steuer um 50 Prozent.
Ändert eine Kilometersteuer etwas am Fahrtenbuch?
An den steuerlichen Aufzeichnungspflichten ändert sie nichts — Kilometerpauschale, Dienstwagenbesteuerung und Fahrtenbuch-Regeln bestehen unabhängig davon. Sie macht aber die eigene Jahresfahrleistung zum Abrechnungsgegenstand, und wer seine Kilometer ohnehin sauber erfasst, kann jede künftige Abgabe sofort nachrechnen.
